Lichterzauber im Jugendstilbad – Zwischen verliebten Pärchen und Saunen

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Quelle: Jugendstilbad Darmstadt

Passend zur „Jahreszeit der Lichter“ gab’s am Freitag im Jugendstilbad eine besondere Veranstaltung: „Lichterzauber“. Dabei haben die Veranstalter des Jugenstilbads ganze Arbeit geleistet, denn sie haben nicht nur von außen das Gebäude in einem knalligen lila erstrahlen lassen, sondern vor allem im inneren des Gebäudes mit hunderten von Teelichtern für eine romantische Atmosphäre gesorgt.
So, und bevor sich das jetzt noch mehr anhört wie ein Werbetext, schildere ich euch hier meine Erfahrung. 🙂
Das Jugendstilbad ist normalerweise bis 22 Uhr abends geöffnet, für den „Lichterzauber“ allerdings bis Mitternacht. Das humane dabei: Die Preise blieben gleich. Ich war bereits einmal zuvor im Jugendstilbad und war vollauf begeistert und als ich von dieser besonderen Veranstaltung hörte, war für mich klar, dass ich da hingehe! Und obwohl alle begeistert waren, denen ich von meinem Vorhaben erzählte, so fand sich am Schluss doch niemand, der mitkommen wollte. Was vielleicht gar nicht so schlecht war, denn so konnte ich mich auch in Bereiche wagen, in die ich mich sonst nicht getraut hätte, wenn jemand Bekanntes dabei gewesen wäre. 😀 Doch dazu später mehr. 😀
Schon beim ersten Betreten des großen Pools erfasste mich die romantische Stimmung, denn der Pool war umsäunt von Teelichtern und die Decke war eingetaucht in lila Licht. Dazu ertönte Einschlafmusik…äh, pardon Entspannungsmusik. 😀
Nachdem ich einige wenige Runden im großen Becken geschwommen war, erfolgte sogleich die erste interessante Begegnung an diesem Abend. Ein junger Mann hatte mich offenbar beobachtet und wartete, bis ich am Beckenrand ankam und sagte in gebrochenem Deutsch „Die erste Minute beim Ansprechen ist immer schwer. Darf ich Sie fragen, wie Sie heißen?“ Siezen beim Flirten? uahhh… Nachdem ich ihn galant hatte abblitzen lassen, verließ ich fluchtartig das Becken Nummer 1 und tastete mich in das nächste Becken vor: das Außenbecken. Das war soooo schön warm, da machte mir auch der Regen, der von oben auf meinen Kopf niederprasselte, nichts aus. 🙂
Doch bereits jetzt fiel mir auf, dass ich eine der wenigen war, die allein herkamen. Um mich herum fast nur Paare. Na klar, ist ja auch romantisch. Wer kann’s ihnen also verübeln?
Auch als ich im Whirlpool zusammen mit zwei offenbar frisch verliebten Pärchen saß, fühlte ich mich etwas seltsam und beschloss, lieber mal in den Spa-Bereich zu gehen. 😀
Dort gibt es zwei kleinere Salzbecken (ich habe mir leider nicht gemerkt, was das für Salze waren, aber gut für die Haut und so :D), die ich dann auch fortan genoss. Bei einem der Salzbecken war eine Art Sitzbank und von dort kamen Sprudel heraus. Leider waren diese Sitzgelegenheiten schon besetzt, doch nach kurzer Zeit verließ das eine ältere Pärchen das Becken und der ältere Mann sah mich an und sagte „Sowas haben wir in Sydney, wo ich wohne, auch.“ Auf meine grinsende Antwort „Schön für Sie!“ ließ er mich wissen, dass dies auch schön für mich sei, denn ich könne ihn ja mal besuchen kommen. Alles klar… 😀
Nachdem ich auch die nächsten Attraktionen genossen hatte – Dampfbad, Erlebnisdusche, Kaltwasserbecken (man muss sich überwinden, aber ist echt erfrischend!), und Spa-Becken mit Musik unter Wasser – wagte ich mich in eine ganz andere Region vor: der Sauna-Landschaft. 🙂
Bei meinem ersten Besuch hatte ich diese noch ausgespart, doch da ich für diesen Abend vier Stunden eingeplant hatte, wollte ich dieses mal alle drei Bereiche ausprobieren (für ca.15 Euro übrigens) und so wagte ich mich in die Sauna-Gegend. Vor etlichen Jahren war ich bereits öfters in Saunen zugange, aber wie gesagt, das ist ewig her.
Ich muss sagen, ich war total überrascht, wie viele verschiedene Saunen es gab mit den veschiedensten Aufgüssen. Nun bin ich kein Sauna-Kenner, aber ich kann mich noch an „finnische Sauna“, „Kräuter-Aufguss“, „Rosen-Aufguss“ und „Bio-Sauna“ erinnern. Da gab es aber noch viele mehr. Und…was noch viel spannender ist, es gab einen extra FKK-Bereich. 😀
Zunächst begnügte ich mich allerdings mit der Damen-Sauna. Wer mich kennt weiß, dass ich als Dauerfrierer es ganz gerne warm mag und so schnell bringt mich nichts ins Schwitzen. Als dann aber die „Aufgussdame“ Beate kam und dreimal nachgoss und die Hitze mit einem Handtuch auf uns zuwedelte, wurde es auch mir im wahrsten Sinne des Wortes „zu heiß“ 😀 Also auf zu den nächsten. Die finnische Außensauna war auch ziemlich cool. Es wird empfohlen, nach dem Saunagang einige Minuten an die frische Luft zu gehen und das tat auch wirklich unheimlich gut!
Doch dann war da noch dieser ominöse FKK-Bereich… 😀 Dieser ist in einer Art Flur, abgetrennt von den anderen Bereichen, im zweiten Obergeschoss. Kurz entschlossen, alles, was es in diesem Jugendstilbad gibt, auszuprobieren, trat ich also ein in diese „andere“ Welt. 😀 Ich muss sagen, zuerst war ich extrem unsicher. Sich einfach so komplett auszuziehen vor Fremden? Sich völlig zu entblößen? Keine einfache Geschichte. Vor allem, wenn man keine Modelmaße hat. Doch spätestens, als ich die ersten Geschlechtsteile erblickte, fasste ich Mut und zog blank. 😀 Im ersten Moment lief ich vermutlich noch knallrot an und war sehr unsicher. Auch, wenn es vermutlich nicht stimmt, hatte ich das Gefühl, dass mich jeder anstarrte. 😀
Zuerst ging ich in einen der kleineren Pools dort, in dem sich bereits ein etwas jüngerer Herr – natürlich nackt – befand. Eine wie ich finde sehr komische Situation, nackt in ein Becken zu steigen, in dem bereits ein fremder, nackter Typ sitzt. „Mach dich mal locker, Sonja“, dachte ich mir nur und so setzte ich mich mit rein. Wart ihr schon einmal nackt in einem öffentlichen Pool? Also ich jedenfalls nicht, doch es fühlte sich überraschend toll und befreiend an! Jetzt verstehe ich auch, wieso FKK Freikörperkultur bedeutet, man fühlt sich einfach frei!
Je länger ich mich im FKK-Bereich aufhielt und von Sauna zu Sauna wanderte und wirklich alle nackt rumliefen, umso lockerer wurde ich. Irgendwann war es für mich schon „ganz normal“, so rumzulaufen und zum Schluss war es komisch, den Bikini wieder anzuziehen. Interessante Erfahrung auf jeden Fall, kann ich nur jedem empfehlen!

Insgesamt war der Abend einfach toll – sehr entspannend und sehr abenteuerreich. Ich bin begeistert nicht nur von den Spa-Angeboten, sondern auch von der Sauna-Landschaft – wie ich finde, eine komplett eigene Welt, die begeistert.

Was muss noch passieren…?

Ok, ich gebe es zu. Auch ich war eine derjenigen, die die Sicherheitsvorkehrungen in amerikanischen Unterrichtsstätten als übertrieben empfand. In meinen zwei Jahren Amerika-Aufenthalt, in dem ich auf Kindergarten-und Schulkinder aufgepasst habe, kam ich selbst mit diesen Sicherheitsbestimmungen täglich in Kontakt.
Das fing schon damit an, dass die Eltern beziehungsweise Schutzbefohlenen normalerweise die Schule beim „Abgeben“ der Kinder nicht betreten (dürfen?), sondern die Kinder bereits vor dem Schulgebäude in die Obhut der Lehrer geben – aber erst, als der erste Schulgong bereits ertönte. Kinder, die alleine im Klassenzimmer auf den Schulanfang warten? Fehlanzeige.
Von dem Moment an, in dem der Unterricht beginnt, wurden alle Türen verschlossen und die einzige Möglichkeit, das Gebäude betreten zu dürfen, erfolgte durch eine Klingel am Haupteingang. Eine Sekretärin musste erst das Öffnen gestatten (Sichtkontakt war möglich), bevor man in das Gebäude hinein durfte. Und selbst dann musste sich der Besuch erst einmal im Sekretariat anmelden, mit vollem Namen, Funktion (z.B. Elternteil), Datum, Uhrzeit und Grund des Besuchs. Und erst nach Genehmigung erhielt der Besucher einen Aufkleber, den er an seinen Oberkörper kleben musste, an dem klar und deutlich die Worte „Visitor“ prangten. Damit auch ja jeder, dem der Besucher auf den Fluren begegnete, wusste, dass der Besuch offiziell angemeldet und berechtigt war, sich in der Schule aufzuhalten.
Beim Abholen der Kinder versammelten sich alle Eltern – oder Babysitter – am Hinterausgang der Schule und die Klassen kamen mit ihrem jeweiligen Lehrer hinaus. Jedes Kind musste seinem Lehrer den Daumen nach oben anzeigen, wenn es seine Abholperson erkannt hatte und erst DANN durfte das Kind zu seinem Abholer.
Im Falle, dass ein Elternteil sein Kind einmal nicht abholen kann und einen „Ersatz“ schickt, muss eine schriftliche Erklärung erfolgen, die vorher beim Lehrer eingegangen ist.
Verrückt? Vielleicht. Notwendig? Möglicherweise.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr im Detail, wie das damals bei mir war, als ich im Kindergarten war. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass unser Gebäude nicht abgeschlossen war. Leichtsinnig? Oder wäre es eh überflüssig?

Die Sandy Hook Elementary School hatte Sicherheitsvorkehrungen – die Klingel am Eingang war seit diesem Jahr installiert. Was ist also schiefgelaufen?

Heute haben wir einen mit seinen Tränen kämpfenden Präsidenten erlebt, der erklärte:
„Our hearts are broken today—for the parents and grandparents, sisters and brothers of these little children, and for the families of the adults who were lost.“  — President Obama

Doch was nun? Wie kann man solche Katastrophen in Zukunft verhindern? Sind strengere Waffengesetze wirklich ausreichend? Sicherlich wäre das eine längst überfällige Reform, denn wie leicht man in den USA an Waffen kommt, ist echt ein Witz. Aber ist das genug?
Was sind das für Menschen, die um sich ballern? Vergleicht man die „Schützen“ der vergangenen Massaker (von denen es viel zu viele gibt), fällt einem auf, dass es zumeist Einzelgänger, fast schon Außenseiter waren.
Ich bin kein Psychologe und vielleicht ein bisschen naiv, aber vielleicht könnte ein kleiner Beitrag schon von uns allen geleistet werden, in dem wir es nicht zulassen, dass sich jemand einsam fühlt. Indem wir uns mal bewusst neben einen „Außenseiter“ stellen, ihn einbinden und ihm das Gefühl geben „Du bist nicht allein. Wir akzeptieren dich, so, wie du bist.“
Ich habe keine Ahnung, ob das wirklich Menschen von solch grausamen Taten abschreckt. Aber es wäre zumindest ein Anfang.

Schneeflöckchen, Weißröckchen – wann kommst du geschneit?

Die bezauberndsten Geschichten schreibt der Alltag. Und manchmal schreibt man sie sich auch selbst. 😉
So passiert heute abend am Luisenplatz. Nach einem herrlichen Nachmittag, in dem ich mit Kommilitonen Plätzchen gebacken hatte und mich stundenlang von Michael Bublés Interpretationen der bekannten Weihnachtslieder inspirieren hab lassen, war es Zeit für den Heimweg.
Als ich am Luisenplatz auf meine S-Bahn wartete, fing es an, zu schneien. Wie passend zu meiner weihnachtlichen Stimmung! Neben mir ein kleines Kind (schätzungsweise 6 Jahre alt) mit seiner Mutter, die am Telefon hing. Die kleine sah ihre Mama an und sagte: „Mama, können wir zusammen ‚Schneeflöckchen‘ singen?“ Doch die Angesprochene ignorierte die Frage ihres Sprösslings, wenngleich diese ihre Bitte mehrmals vortrug und die Mutter ihr Telefonat derweil beendet hatte. Nach kurzem Zögern beschloss ich, der Kleinen eine Freude zu machen, bückte mich zu ihr hinunter und fing an, ihr die erste Strophe von  „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ vorzusingen. Verschüchtert und zugleich verzückt sah sie mich aus ihren unschuldigen Augen an und sah dann unsicher zu ihrer Mama hoch. Diese lächelte mich sofort an und wir kamen in ein Gespräch.
Die Kleine taute immer mehr auf und erzählte mir mit strahlenden Augen von ihrer Mickey Mouse-CD, die sie vom Nikolaus erhalten hatte und dass sie – wie ich – auch bereits leckere Plätzchen mit ihrer Mama gebacken hatte.
Es war wirklich erstaunlich, wie schnell die Kleine sich öffnete und sich schon nach wenigen Minuten mit Freude und einem Lächeln mit mir – einer ihr völlig Fremden – über Weihnachten, den Nikolaus, Süßigkeiten und das Christkind unterhielt. Diese kurze Begegnung hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, besonders den Kleinen unter uns die Freude am Weihnachtsfest und der Vorweihnachtszeit zu erhalten. Und auch, wenn meine Aktion bei den umliegenden Passanten vielleicht für Stirnrunzeln gesorgt hat, solange die Kleine sich noch heute abend darüber freut, dass jemand ihre Frage nach dem Weihnachtslied erhört hat, dann war es das wert.

What took me so long?

Hallo ihr Lieben,

hier kommt also mein erster richtiger Bog-Eintrag! Obwohl…so richtig „richtig“ ist er ja noch nicht, zumindest nicht, wenn man unter „richtig“ versteht, dass jetzt richtig viel Inhalt kommt…richtig? 😀

Tja, ihr Lieben, vielleicht fragt ihr euch: Warum hat das bei ihr so lange gedauert?? (auch, wenn ihr euch das nicht fragt, die Antwort kommt jetzt trotzdem, ob ihr wollt oder nicht :D)

Ich habe doch tatsächlich lange darüber nachgedacht, wie sinnvoll es ist, einen Blog zu haben. Muss/Soll heutzutage überhaupt jeder einen Blog haben? Muss heutzutage denn – Entschuldigung – jeder Depp seinen Senf dazugeben zu was auch immer der Blog-Schreiber meint, es sei wichtig und interessiert jemanden? Tja, eine richtige Antwort habe ich noch nicht gefunden, und solange ich noch danach suche, blogge ich einfach mal munter drauf los 😀

Auch ein Grund für meine Verzögerung – pardon, wie ich jetzt gerlernt habe kann ich es auch Prokrastination (!) nennen  – war doch tatsächlich die Frage, in welcher Sprache ich bloggen sollte. Ich habe keine Ahnung, in welchem sprachlichen Raum sich meine journalistische Zukunft (falls ich denn eine haben werde :D) abspielen wird. Aber da ich zum Entschluss gekommen bin, dass 100 Fehler in einem Blog auf Englisch wohl kaum meiner Karriere dienlich sein werden, widme ich mich dann doch lieber meiner (zumindest angeblichen) Muttersprache. Ja, ich gebe zu, meine Deutschkenntnisse haben sich doch etwas verschlechtert seit meinem Amerika-Aufenthalt. Für alle, die es noch nicht wissen sollten: dort habe ich meine letzten 2 Jahre verbracht und auf wunderbare, kleine Geschöpfe aufgepasst (ich rede von Kindern! 😀 ). Sind eigentlich Smilys erlaubt bei einem Blog? Ach, das ist ja das Schöne: Es gibt keine Regeln bei einem Blog – ganz frei nach Pippi Langstrumpfs Motto „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ 🙂 Ihr dürft euch auf jeden Fall auf eine Menge Smilys einstellen, denn wie ihr vielleicht gemerkt habe, nehme ich mich selbst bzw. meinen Blog nicht so ernst. Ich sehe es mal als Übung. Ich glaube zumindest, dass es als das gedacht war, als uns das Eröffnen eines Blogs in meinem Studiengang (ach ja, ich studiere Online-Journalismus!) angeraten worden war.

Oh ja, bevor ich’s vergesse. Meine größten Bedenken, zu bloggen war: Will ich wirklich, das jeder – wirklich jeder (!) – Mist, den ich irgendewann mal geschrieben habe, für immer im Internet auffindbar ist für jeden, der nach meinem Namen sucht? Nun, ich geh einfach mal davon aus, dass meine Blog-Einträge im Laufe meines Studiums professioneller werden (die Hoffnung stirbt zuletzt :D), und irgendwie muss man sich ja im Schreiben üben. Also warum nicht durch das Bloggen?

So. Jetzt habe ich euch aktiv an meinem Gedankengut vom Anti-Blogger zum Blogger teilhaben lassen und werde jetzt lieber schnell ins Bett gehen, bevor mir noch mehr Blödsinn einfällt (es ist 1.41am – vielleicht sollte ich das späte Bloggen lassen :D)

Eure Sonja